Blumenstrauß in einem Meditationsraum

Körperorientierte Psychotherapie und Traumaheilung

In der Begleitung von inneren Wachstums- und Heilungsprozessen ist es mein Anliegen, einen Raum zu öffnen, in dem Selbst-Annahme, Selbsterkenntnis und Selbst-Achtung möglich werden: für die eigene Lebenssituation und Biographie, für die Biographie der Herkunftsfamilie, und für die daraus entstandenen Prägungen. Diese Prägungen sind oft völlig unbewusst, können aber bis in die Funktionsweise des Nervensystems und Stoffwechsels hineinwirken. Sie beeinflussen unsere Sicht der Welt, unsere emotionale Grundstimmung, unser Wohlbefinden und unsere Reaktionen auf die Umwelt. Sie können zur Ursache von körperlichen und seelischen Erkrankungen werden oder uns immer wieder in ähnliche Lebensumstände und ähnliche emotionale Zustände bringen: in unseren persönlichen Beziehungen, Partnerschaften oder unserer Arbeitssituation.

Sehr tiefe und meist unbewusste Prägungen können über mehrere Generationen unserer Herkunftsfamilie weitergegeben werden, besonders dann, wenn es schwerwiegende Ereignisse oder Traumata in der Familiengeschichte gab (z.B. Kriegserlebnisse, Verfolgung, Flucht/Vertreibung, Ausgestoßen werden aus der Gemeinschaft, früher Tod oder Verlust eines nahen Familienmitglieds, der nicht ausreichend betrauert werden konnte)

Andere Prägungen können durch extrem überfordernde und bedrohliche Situationen entstehen, die wir persönlich erleben. Dabei ist unser Gehirn und Nervensystem in der Lage, in einen „Überlebens-Modus“ umzuschalten und blitzschnell reflexhaft- instinktiv zu reagieren, ohne das verstandesmäßige Denken miteinbeziehen zu müssen. Wir mobilisieren in solchen Situationen große, manchmal ungeahnte Kräfte, um unser Überleben zu sichern und „durchzukommen“. Gelegentlich bleiben Teile des Gehirns und vegetativen Nervensystems in dieser hohen Aktivierung, obwohl das auslösende Ereignis bereits Vergangenheit ist. Bleibt der Organismus von diesem „Überlebens-Modus“ geprägt können zahlreiche psychische und körperliche Schwierigkeiten daraus entstehen, wie zum Beispiel:

  • starke Ängste (Phobien,  Angststörungen, Panikattacken)
  • Depressionen, Unfähigkeit sich zu spüren und Wohlbefinden zu erleben, fehlendes Körperempfinden (z.B. Taubheitsgefühle, Körper fühlt sich wie nicht zu einem gehörig an oder kann in der Empfindung schwer kontaktiert werden)
  • starker innerer Druck, Unruhezustände, Schlafstörungen
  • Wutausbrüche oder andere emotionale Ausbrüche für die man sich danach oft schämt
  • starke emotionale und körperliche Reaktionen auf bestimmte Situationen oder Menschen (z.B. verbunden mit starker Wut oder Angst, Verzweiflung, Ohnmacht, Herzrasen, Panik, Schwindel, Übelkeit, krampfartige Magen-oder Bauchschmerzen)
  • Schmerzen, für die keine medizinische Ursache gefunden werden kann
  • alle Erkrankungen, bei denen Stress (Stress = dauerhafter „Überlebens-Modus“!) als Ursache angenommen wird

Wir verfügen alle über große innere Heil-und Regulationskräfte, die im therapeutischen Prozess kontaktiert und gestärkt werden können. Unser Gehirn und Nervensystem kann lebenslang neue Informationen aufnehmen und neue Verbindungen herstellen. Es können neue, positive und stärkende Prägungen entstehen -vor allem dann, wenn wir mit unserer ganzen Präsenz (in Körperempfindungen, Gefühlen und verstandesmäßigem Erkennen) eine neue Erfahrung erleben. Wenn dies möglich ist, können sehr berührende, heilige und zeitlose Momente entstehen, die uns an unsere Verbundenheit mit einem viel größeren, allumfassenden Sein erinnern und tiefe innere Ver-Wandlungen möglich machen.

 

Körperorientierte Psychotherapie oder Körperpsychotherapie

„Die Körperpsychotherapie fand über Jahrzehnte kaum positive Beachtung bei den wichtigsten psychoanalytischen und verhaltenstherapeutischen Psychotherapierichtungen und führte im Gesundheitswesen ein Schattendasein. Seit in den 1990er Jahren die mittels bildgebender Verfahren gewonnenen neuen Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften publiziert wurden, wächst das Interesse an körperpsychotherapeutischen Verfahren und die Einbeziehung des Körpers in der Psychotherapie wird zunehmend innerhalb etablierter Psychotherapierichtungen diskutiert.“  Quelle: Wikipedia, „Körperpsychotherapie oder Körperorientierte Psychotherapie“

Durch die aktuellen Forschungen der Neurobiologie wurden die Methoden der Körperorientierten Psychotherapie zunehmend als wirkungsvoll bestätigt. Durch eine Achtsamkeit den eigenen Körperempfindungen und Gefühlen gegenüber können psychologische Prozesse vertieft werden und es werden auch die tieferen Gehirnstrukturen am psychologischen Geschehen beteiligt, die traumatische Erlebnisse, tiefe emotionale Verluste/ Verlassenheitserfahrungen und Kränkungen speichern.  Diese Gehirnareale sind u.a. stark mit dem vegetativen Nervensystem verknüpft und haben deshalb auch weitreichende Auswirkungen auf körperliche Vorgänge wie beispielsweise die Verdauung, das Herz-Kreislauf-System, die Atmung, das Immunsystem und das hormonelle System. Da diese Gehirnstrukturen nicht mit unserem bewussten Denken kontaktierbar sind und nur bedingt mit unserem Willen kontrollierbar, sind wir oft nicht in der Lage, eine Änderung unseres Verhaltens oder unserer emotionalen Verfassung herbeizuführen, auch wenn wir dies wünschen.

Wird im psychologischen Prozess der Körper in die Erfahrung einbezogen, ist eine Verbesserung der emotionale Verfassung, Verhaltensänderung und sogar Besserung körperlicher Symptome möglich. Das Einbeziehen des Körpers in die Erfahrung wird unter anderem erreicht durch eine bewusste Hinwendung zu Körperempfindungen  und Gefühlen (die bewusst im Körper gefühlt und „verkörpert“ werden), durch eigene Berührung oder durch berührt werden, und durch das bewusste Einbeziehen von Gesten und Bewegungsimpulsen des Körpers im Verlauf der psychologischen Begleitung.